[Kolumne] Liebes Tagebuch…

Liebes Tagebuch,

ach welch turbulente Zeit wir doch gerade haben, denkst du nicht auch?

Mensch kann sich ja viel ärgern heutzutage. Häufig auch mehr als berechtigt. Irgendwo muss das auch mal alles hin und vielleicht, liebes Tagebuch, magst du dich ja mit mir aufregen, abregen, nachdenken und reflektieren.

Meine Wurzel kann ich nicht verleugnen, ich komme nun mal aussem Pott. Das rheinische Grundgesetz liegt mir melodisch in den Ohren und es werden wunderbare Kindheitserinnerungen wach. Pommes Schranke und auf jeden Fall nach der Schule zum Büdchen.

Nun bin ich dort schon eine Weile fort und ich muss sagen, gerade in diesen Zeiten, verfall ich in diese wohlige warme Nostalgie, in die Erinnerung, an saure Kracher, Zuckerrüben vom Feld stibitzen und den Dom in der Ferne erblicken…

Diese Art und Weise zu leben, diese Mentalität, diese Einstellung…

Aber geht das heute noch so, ist das noch zeitgemäß diese Einstellung und passt es mit der Krisenvorsorge noch zusammen?

Lass uns mal gemeinsam schauen:

§ 1 des rheinischen Grundgesetzes (aus Spaß an der Freud und aus Lebensweisheiten entstanden) :

Et es wie et es.

Diese Lockerheit im Umgang mit eigentlich ärgerlichen Tatsachen ist den Menschen in der rheinischen Heimat auch noch heute eigen. Es ist wie es ist. Aufregen bringt nichts und ändern kann mensch es ja eh nicht. Sogar in amerikanischen Kochsendungen höre ich schon dieses Mantra. In Englisch natürlich, aber der gleiche Tonus. Ist eben so, kannste nichts mache ausser gigge…

Auf der einen Seite, zeigt dieser Spruch, diese Haltung, eine gar stoische Gelassenheit, die gerade in Krisenzeiten für jeder mensch erstrebenswert ist. Man weint halt keiner vergossenen Milch nach.

Aber muss es den erst einmal dazu kommen?

Diese Frage stelle ich mir häufig.

Ist es nicht besser vorher schon darauf zu achten das mensch gar nicht in diese Situation kommt? Vorher nachzudenken und vorzusorgen, um dann, trotz allem oder gerade deswegen mit Ruhe reagieren zu können und sagen zu können:

Et es wie et es.

In diesem Sinne

Gemeinsam stark und vorbereitet

Fuchsbau

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